| Deutschland
mit den meisten Phishing-Webseiten in Europa
32 Prozent aller Phishing-Webseiten befinden
sich in Deutschland/ Identitätsdiebstahl und Wiederverkauf
der Daten über das Internet wächst weiter/ Spam beeinflusst
Aktienkurse
Von Deutschland gehen 19 Prozent aller Internet-Sicherheitsrisiken
in Europa aus, dazu gehören Spam, Phishing oder die Verteilung
von Schadcode über das Internet. Das zeigt die elfte Ausgabe
des Internetsicherheitsreports von Symantec, der alle sechs Monate
erscheint und dieses Mal einen gesonderten Report zur Region EMEA
(Europa, Mittlerer Osten, Afrika) umfasst. Insbesondere der Bereich
Phishing fällt in diesem Zusammenhang auf: 32 Prozent aller
Phishing-Webseiten in der Region sind in Deutschland ermittelt worden,
selbst weltweit steht das Land damit an zweiter Stelle nach den
USA. Diese Zahlen unterstreichen deutlich, wie der Identitätsdiebstahl
über das Netz weiter wächst. Die dort gesammelten Daten
wie Passwörter, PINs und Kreditkartendaten werden häufig
über so genannte Underground Economy Server von Kriminellen
zum Weiterverkauf angeboten - schon für weniger als 10 US-Dollar
können Kreditkartendaten online erworben werden, wie Symantec
im Beobachtungszeitraum (1. Juli 2006 bis 31. Dezember 2006) ermittelt
hat.
"Auch Spam wird ganz gezielt eingesetzt, um
finanziellen Gewinn zu erlangen - im letzten Halbjahr haben wir
deutliches Wachstum von "Pump-and-Dump-Spam" festgestellt,
der Aktienkurse manipulieren soll", erklärt Candid Wüest,
Sicherheitsexperte bei Symantec. "Die Urheber kaufen schwach
notierte Aktien und verschicken anschließend falsche Prognosen
als Spam-E-Mails - der Aktienkurs steigt und sie können ihre
Papiere mit Gewinn verkaufen." Insgesamt 30 Prozent betrug
der Anteil finanzorientierter Spam-Mails in der zweiten Jahreshälfte
2006, gefolgt von 23 Prozent Spam zu Gesundheitsprodukten und 21
Prozent zu weiteren Produkten.
Bot-Rechner nehmen Überhand - 130
Prozent Zuwachs in EMEA
Ein gängiges Verbreitungsmittel von Spam sind
so genannte Bot-Netze. Mehr als sechs Millionen Bot-PCs, also Rechner,
die ohne Wissen der Betroffenen "ferngelenkt" werden können,
existierten weltweit in der zweiten Jahreshälfte 2006. Das
bedeutet einen Anstieg um ganze 29 Prozent gegenüber dem ersten
Halbjahr. Im gleichen Zeitraum ging die weltweite Anzahl der "Command-and-Control"-Server,
von denen aus die gekaperten Rechner gesteuert werden, um 25 Prozent
zurück. Das heißt: mehr Bot-Netze werden von weniger
Servern aus gesteuert. Hier zeigt sich insbesondere ein Trend zur
länderübergreifenden Vernetzung der virtuellen Angreifer,
beispielsweise um die finanzielle Effizienz der Attacken zu steigern.
In Europa sind die meisten Bot-Rechner in Deutschland und Frankreich
zu finden, was an der hohen Rate von Breitband-Anschlüssen
in beiden Ländern liegt. Die Region EMEA zeigt die größte
Steigerungsrate in der Anzahl an Bot-Rechner: Es wurde ein Zuwachs
von 130 Prozent im Beobachtungszeitraum registriert.
Schattenwirtschaft im Internet
Generell nehmen die Versuche zu, über das
Internet an vertrauliche Daten zu gelangen. Von den 50 weltweit
am meisten entdeckten Schadprogrammen zielen 66 Prozent auf vertrauliche
Informationen ab - 48 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2006.
Den Informations- und Identitätsdieben wird ihr Handwerk durch
Hackerangriffe, Verlust von Hardware, wie Laptops und Smartphones,
sowie unzureichenden Sicherheitsrichtlinien in Unternehmen erleichtert.
Vertrauliche Daten stellen für Internetkriminelle die lukrativste
Möglichkeit dar, sich auf Kosten der Bestohlenen zu bereichern.
Doch auch die Daten selbst sind eine attraktive Einnahmequelle:
Zum ersten Mal nimmt der Report den illegalen Handel mit gestohlenen
Online-Identitäten unter die Lupe. Dazu Candid Wüest:
"Gehandelt werden unter anderem Kreditkartennummern, PINs und
E-Mail-Adressen - eine regelrechte Schattenwirtschaft auf speziellen
Servern, den so genannten Underground Economy Servern, von denen
51 Prozent in den USA stehen. Eine Kreditkarte einschließlich
Authentizitäts-Nachweisnummer kostet dort maximal sechs Dollar,
eine komplette Identität einschließlich aller relevanten
Daten wie der Ausweisnummer ist für 18 Dollar und weniger zu
haben."
Deutschland ist europäische Phishing-Hochburg
Eine der bevorzugten Methoden, um an vertrauliche
Informationen zu kommen, ist nach wie vor Phishing. Im zweiten Halbjahr
2006 entdeckte Symantec weltweit insgesamt 166.248 verschiedene
Phishing-E-Mails, das sind durchschnittlich 904 pro Tag. Insgesamt
wurden über 1,5 Milliarden Phishing-E-Mails abgefangen, was
einem Zuwachs von 19 Prozent im Vergleich zum vorigen Halbjahr entspricht.
Dabei häufen sich die Phishing-Attacken unter der Woche, um
am Wochenende deutlich abzunehmen. Auch Großereignisse wie
beispielsweise die FIFA Weltmeisterschaft führen ebenfalls
zu einem Anstieg betrügerischer Aktivitäten. Europäische
Hochburg mit 32 Prozent aller Phishing-Webseiten ist Deutschland.
Das zweitplatzierte Land Großbritannien folgt mit deutlichem
Abstand (neun Prozent). "Einer der möglichen Gründe
dafür ist die Anzahl an Web-Domains, bei denen Deutschland
nach den USA an zweiter Stelle steht", erklärt Sicherheitsexperte
Candid Wüest. "Die Mehrzahl der Webseiten wird nur von
einigen wenigen großen Internet-Providern verwaltet. Das kommt
den Absendern von Phishing-E-Mails zugute, denn große Provider
können aufgrund der Menge verwalteter Seiten weniger schnell
auf illegale Webseiten reagieren."
Schadprogramme: Trojaner auf dem Vormarsch
Die zahlenmäßig bedeutendsten bösartigen
Aktivitäten im Internet - weltweit wie in EMEA - sind Angriffe
durch Trojaner. Von den 50 am häufigsten auftretenden Schadcodes
waren 45 Prozent Trojaner. In EMEA haben Trojaner einen Anteil von
54 Prozent aller Schadprogramme, Würmer - darunter auch der
am meisten verbreitete W32.Stration-Wurm - haben einen Anteil von
43 Prozent.
"Von Null auf Hundert" - Zero-Day-Attacken
Der Internetsicherheitsreport verzeichnet einen
deutlichen Anstieg bei den "Zero-Day-Angriffen". Dies
ist besonders kritisch, da diese Art von Attacke jeweils immer erst
dann bekannt wird, wenn sie bereits ausgeführt wurde und noch
kein Patch vorhanden war. Weltweit wurden in der zweiten Jahreshälfte
2006 ganze 12 Schwachstellen, die sich durch eine Zero-Day-Attacke
ausnutzen ließen, registriert - in der ersten Jahreshälfte
war es lediglich eine einzige. Die Angreifer werden gerade hier
immer raffinierter, um der Entdeckung durch Schutzprogramme zu entgehen.
Entdeckt werden solche Schwachstellen ausschließlich durch
hoch qualifizierte Experten oder dann, wenn sie schon auf dem Schwarzmarkt
zum Kauf angeboten werden.
Abschließend hat der Internet Security Threat
Report hat für das zweite Halbjahr 2006 zum ersten Mal diejenigen
Länder identifiziert, die den höchsten Anteil an kriminellen
Internet-Aktivitäten aufweisen. Die USA stehen dabei mit einem
weltweiten Anteil von 31 Prozent klar an der Spitze. Als Standort
von Bot-Rechnern steht China ganz weit vorne - 26 Prozent sämtlicher
Bots weltweit befinden sich dort.
Weiterführende Informationen zur Datenerhebung
Die analysierten Daten wurden im Zeitraum vom 1.
Juli 2006 bis zum 31. Dezember 2006 erhoben und stammen aus der
weltgrößten Ressource für Datensicherheit: Symantec
DeepSight Threat Management System und Symantec Managed Security
Services - mehr als 40.000 Sensoren, die die Netzwerkaktivitäten
in 180 Ländern überwachen. Symantec Virenschutzlösungen
- mehr als 120 Millionen Installationen auf Clients, Servern und
Gateways erfassen Schadcodes, Spyware und Adware. Schwachstellen-Datenbank
- mehr als 20.000 erfasste Sicherheitslücken aus mehr als 45.000
Technologien von über 7.000 Anbietern seit mehr als zehn Jahren.
BugTraq - Forum mit über 50.000 Abonnenten, die täglich
neue Gefahrenpotenziale diskutieren und Lösungsansätze
austauschen. Symantec Probe Network - ein System mit mehr als zwei
Millionen E-Mail Accounts, als Köder in 20 Ländern installiert,
um weltweite Spam- und Phishing-Aktivitäten zu analysieren.
Symantec Phish Report Network - eine umfangreiche Community, deren
Mitglieder, Unternehmen und Endkunden, betrügerische Webseiten
aufdecken, indem sie Informationen zu Phising-Webseiten an das Netzwerk
weiterleiten und im Gegenzug weiterführende Daten zu aktuellen
Phising-Aktivitäten erhalten.
© März 2007 - Symantec (Deutschland) GmbH
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