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Kinder-
und Jugendschutz im Internet
Cyberbullying
Unter diesem Begriff versteht man den Umstand,
dass ein Kind oder Minderjähriger ein anderes Kind unter Zuhilfenahme
moderner Medien bedroht, beleidigt, belästigt oder beschimpft.
Dies geschieht per E-Mails, Instant Messaging, in Chatrooms und
auch per SMS. Selbst die Handykamera wird dabei zur Waffe, wenn
die morgens auf dem Schulhof gedrehten Videos und Fotos schon beim
Mittagessen auf youtube zu sehen sind.
Cyberbullying ist eine Art Cyberstalking
mit Kindern als Akteuren und Opfern. Das Anwenden von verbaler und psychischer
Gewalt steht dabei im Vordergrund und ist oft verletzender als eine körperliche
Peinigung. So kann es zum Beispiel für ein zwölfjähriges
Mädchen eine furchtbare Last sein, wenn sie von mehreren Mitschülern
auf einer so genannten »Voting-Site« schlechte Bewertungen
bekommt. Auf solchen Seiten wird einfach ein Handyfoto hochgeladen, und
jeder User kann über das Aussehen der betreffenden Person abstimmen,
Punkte oder Noten vergeben und Kommentare schreiben. Mit der sinkenden
Punktezahl auf der Voting-Seite schwindet gleichzeitig das Selbstwertgefühl
des jungen Mädchens. Werden solche Methoden über einen längeren
Zeitraum angewandt, können schwerwiegende psychische Probleme auftreten.
Sie als Eltern sollten die Gefahren des Cyberbullying
nicht unterschätzen. Die meisten Kinder und Jugendlichen sind den
Erwachsenen weit voraus, wenn es um moderne Medien geht. Früher war
eine Rauferei auf dem Schulhof noch mit das Schlimmste, was einem in der
Schule passieren konnte. Die Probleme und die damit verbundene psychologische
Belastung von Kindern, die von einem »Bully« schikaniert werden,
sehen heute ganz anders aus: Peinliche Fotos werden in Blogs und auf Webseiten
veröffentlicht und somit einem breiten Publikum zugänglich gemacht.
Im Schulalltag ist es mit der Handykamera (welche fast jedes Kind besitzt)
ein Leichtes, peinliche Fotos von jemandem zu schießen. Beim Turnunterricht
oder in der Umkleidekabine ist mit einem Handy schnell ein Foto geknipst.
Noch ehrverletzender sind Fotos, die heimlich auf Toiletten aufgenommen
werden. Der Schüler ist noch nicht einmal auf seinen Platz im Klassenzimmer
zurückgekehrt, aber bereits die halbe Klasse hat das Foto per MMS
(Multi Media Message) auf das Handy geschickt bekommen. Schon eine Stunde
später ist das Foto im Internet und kann nun von der kompletten Schule
betrachtet werden. Eine Situation, die Schüler sogar fast in den Selbstmord
getrieben hat.
Was schon bei Erwachsenen zu erheblichem Erklärungsnotstand
führt, kann für Kinder und Jugendliche zu einer permanenten psychischen
Belastung führen. Verteilt ein Mitschüler zum Beispiel die E-Mail-Adresse
seines Opfers auf hunderten von pornografischen Seiten, kann sich das Opfer
vor E-Mails mit pornografischen Inhalten nicht mehr retten. Bei der Menge
von Mails wird es immer schwieriger, diese vor den Eltern zu verbergen
und zu löschen. Auch die Angst davor, die Eltern könnten glauben,
man habe alle diese Seiten wirklich besucht, nagt an einem Teenager unaufhörlich.
Eine extreme Form des Cyberbullying stellt das so genannte
Happy Slapping dar. Das Opfer wird grundlos brutal zusammengeschlagen und
dabei mit dem Handy gefilmt. Einziger Beweggrund des Täters: Das Video
ins Internet zu stellen oder es wiederum an andere per MMS weiterzuleiten.
So wehren Sie sich gegen Cyberbullying:
>> Wie auch beim Cyberstalking, bei dem Erwachsene
zum Opfer werden, soll Ihr Kind nie auf Nachrichten, Kommentare oder E-Mail,
in denen es beleidigt wird, reagieren.
>> Wenn Ihr Kind Opfer eines Cyberbullying-Angriffes
geworden ist, sprechen Sie mit dem Lehrer des Kindes über das Problem.
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Die Texte auf dieser Seite sind erschienen im Buch
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